Versorgung in der Fläche Diabetes Asthma/COPD Kniegelenkarthrose

sh:z/Flensburger Tageblatt/14.02.2013/ Text: Hans-Thomas Boehlke

 

FLENSBURG. Husten ist in der Regel ein Symptom und dient zur Reinigung der Atemwege. Die gewöhnliche Erkältung stellt den häufigsten Anlass für Husten dar. Auch ist Husten eines der häufigsten Symptome aufgrund derer ein Arzt aufgesucht wird. Allerdings kann der Husten verbunden mit Auswurf eines der ersten Symptome für eine chronisch obstruktive Bronchitis sein. Die chronisch obstruktive Bronchitis ("COPD") wird leider immer öfter diagnostiziert. In Deutschland sind über 13 Prozent der Bevölkerung über 40 Jahren mittlerweile von der COPD betroffen, bislang mehr Männer als Frauen. In der Todesursachen-Statistik belegt die COPD weltweit den 4.Platz. Die COPD ist die häufigste Erkankung der Atmungsorgane und die häufigste Ursache für eine Einschränkung der Lungenfunktion. Die chronische Bronchitis besteht in einer Behinderung des Atemflusses in den Bronchien, den Atemwegen. Die Erkrankung ist verbunden mit einer chronischen Entzündungsreaktion auf schädliche Gase oder Partikel.Es kommt zu einer Verengung der Atemwege. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Überblähung der Lunge kommen. Am Schluss steht dann die deutliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Rauchen beeinflusst die Entstehung der Erkrankung und ist mit fast 90 Prozent die häufigste Ursache für die Entstehung einer COPD. Ist eine COPD diagnostiziert, sollte das Rauchen sofort eingestellt werden.Wichtig sind weiterhin körperliches Training und die Sanierung chronischer Infektquellen, wie chronische Nasennebenhöhlenentzündungen. Die medikamentöse Behandlung ist abhängig vom Stadium der COPD, wobei es sehr wirksame Mittel gibt. Ebenfalls eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit anfallsweise Atemnot durch eine Atemwegsverengung ist Asthma bronchiale. Sie lässt sich durch Behandlung wieder zurückbilden, im Gegensatz zur COPD. Es gibt ein allergisches Asthma, welches durch allergisierende Stoffe ausgelöst wird und überwiegend im Kindesalter auftritt. Dann gibt es ein nicht-allergisches Asthma, ausgelöst durch Infekte oder Medikamente, das überwiegend im mittleren Alter auftritt. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Auch bei dieser Erkrankung ist das Überdenken der eigenen Lebensführung (Rauchen einstellen, Kinder vor Passivrauchen schützen) wichtig.

 

 

LandFrau Birgit Beckmann engagiert sich in der Gesundheitsregion Nord e. V

Bauerblatt S-H vom 01.06.2012 von Silke Bromm-Krieger

 

LandFrau Birgit Beckmann ist es ein persönliches Anliegen, die Aktivitäten der Gesundheitsregion Nord e.V. in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. Foto. Silke Bromm-Krieger

Für die Gesundheit der Landbevölkerung unterwegs
Seit 2009 machen es sich Mitglieder der Gesundheitsregion Nord e. V. zur Aufgabe, die Gesundheitsversorgung der Menschen in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und in der Stadt Flensburg sicherzustellen und zu verbessern. Für den KreisLandFrauenverband Nordfriesland mittendrin: LandFrau Birgit Beckmann aus dem Sönke-Nissen-Koog.Als Prof. Roland Trill, Vereinsvorsitzender der Gesundheitsregion Nord und Initiator des Projekts, für sein Vorhaben geeignete Projektpartner suchte, hatte er dabei sofort die LandFrauen im Blick. „Er begründete das damit, dass wir das Ohr an der Basis haben und wissen, wo der Schuh drückt. Außerdem seien wir gut miteinander vernetzt und könnten helfen, geplante Aktionen vor Ort in die Tat umzusetzen“, erläutert Birgit Beckmann.
Für die nordfriesischen LandFrauen war schnell klar, dass sie sich gern als „ideelle Partner“, an diesem zukunftsweisenden Projekt beteiligen wollen. Liegt ihnen doch die Verbesserung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum schon seit langer Zeit sehr am Herzen. Kreisvorsitzende Erna Lorenzen überlegte, welche LandFrau am besten in der Gesundheitsregion Nord als Delegierte mitwirken könnte. Ihre Wahl fiel auf Birgit Beckmann, die spontan zusagte, diese ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen.
Seit 20 Jahren ist die 50-Jährige Mitglied bei den LandFrauen und seit zehn Jahren Kassenwartin im Ortsverein Bredstedt-Reußenköge. Als examinierte Krankenschwester bringt sie berufliche Erfahrung und das nötige Hintergrundwissen im Gesundheitswesen mit. „Ich arbeite in der Überleitungspflege an einem Krankenhaus. Ich berate, organisiere und koordiniere für Patienten nach der Entlassung die Versorgung mit nötigen Pflegehilfsmitteln für zu Hause“, berichtet die Mutter zweier erwachsener Söhne. Ihr Engagement in der Gesundheitsregion Nord sei für sie deshalb wie eine Fortbildung. „Ich mische dort gerne mit“, bekräftigt sie. Durch ihre Mitarbeit konnte sie bereits vielfältige und wertvolle Kontakte knüpfen. So bekam sie, nachdem sie sich bei einem ersten Workshop näher vorgestellt hatte, in der Pause prompt mehrere Visitenkarten anderer Akteure zugesteckt. Der Pressesprecher eines Klinikums bot an, eine LandFrauenführung durch die Klinik zu organisieren und bei Gelegenheit eine Gemeinschaftsaktion zu starten. Solche positiven Rückmeldungen machen Birgit Beckmann froh. „Die Projektpartner erkennen die Kompetenz der LandFrauen voll an und freuen sich, dass wir hier mit dabei sind.“
Aktuell engagiert sich die Fachfrau im Aufgabenfeld „Regionalmanagement GesundheitsWirtschaft Nord“. Ziel ist die Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Menschen mit den chronischen Erkrankungen Diabetes, Kniegelenkarthrose und Asthma/COPD (eine Lungenerkrankung). Hierzu gehören die Entwicklung eines Konzeptes und dessen Umsetzung. Für die genannten Erkrankungen gibt es drei Lenkungsgruppen. Birgit Beckmann gehört der 15-köpfigen Lenkungsgruppe „Asthma/COPD“ an, weil sie beruflich häufig mit diesem Patientenkreis zu tun hat und seine Sorgen und Nöte kennt.
Mit ihr an einem Strang ziehen Ärzte von Kliniken, Selbsthilfegruppen, Pflegedienste, Sportgruppen und Mitarbeiter aus dem Sanitätsbereich. Einmal im Monat tagt die Runde. „Im Klinikalltag habe ich schon oft erlebt, wie niedergeschlagen und unglücklich Patienten sind, wenn sie die Diagnose Asthma oder COPD erhalten. Schon länger dachte ich, hier muss ich etwas tun, um zu helfen“, berichtet sie. „Jetzt kann ich mich aktiv einbringen und dafür sorgen, dass für dieses Thema Öffentlichkeit hergestellt wird. Ebenfalls kann ich intern Infos weitergeben, zum Beispiel im Rahmen unserer LandFrauenversammlungen“, erklärt sie. Den eigenen Horizont zu erweitern, mit anderen gemeinsam etwas für die Region zu gestalten und auf den Weg zu bringen, sieht sie als eine bedeutsame Aufgabe an. „Durch die wachsende Überalterung der Bevölkerung und die ausgedünnte Versorgung mit Haus- und Fachärzten auf dem Lande brauchen wir dringend neue Lösungsansätze in der Gesundheitsversorgung. Da ist es gut und sinnvoll, dass auch wir LandFrauen bei der konkreten Umsetzung mit an Bord sind“, ist die erfahrene Praktikerin überzeugt.
Silke Bromm-Krieger

Gesundheitsregion Nord
Der Verein Gesundheitsregion Nord e. V. wurde am 1. Dezember 2008 in Flensburg gegründet. In ihm haben sich zurzeit 67 Partner aus Pflegediensten, Kliniken, Apotheken, Sanitätshäusern, niedergelassene Ärzte, Hochschulen, Selbsthilfegruppen und weitere Institutionen zusammengeschlossen. Dazu zählen ebenso die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und die Stadt Flensburg. Ideeller Partner sind die LandFrauen. Die Gesundheitsregion Nord will die medizinische Versorgung der Region sichern und sich als Modellregion technologieorientierter Konzepte für ländlich und touristisch geprägte Räume etablieren. Dabei setzt sie auf ein aktives Netzwerk entlang der regionalen Versorgungskette im Gesundheitssektor, die aus folgenden Bereichen besteht: Prävention/Gesundheitsförderung, medizinische Akutversorgung, Rehabilitation und Betreuung/Pflege.
sbk

GesundheitsWirtschaft Nord
Unter dem Dach der Gesundheitsregion Nord gibt es das Projekt „Regionalmanagement GesundheitsWirtschaft Nord“ mit 30 Projektpartnern. Unterstützt mit Fördermitteln des Wirtschaftsministeriums zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) wird Gesundheitslotsin Gabriele Wollesen im Rahmen eines dreijährigen Projektes zukünftig Patienten bei den Behandlungsschritten zwischen ambulantem und stationärem Sektor zur Seite stehen. Sie gibt Betroffenen eine praktische Hilfe an die Hand, sich im komplexer werdenden Gesundheitssystem zurechtzufinden. Besonders steht die Gesundheitsversorgung für chronisch Erkrankte mit Diabetes, Kniegelenkarthrose und Asthma/COPD im Vordergrund.
Weitere Infos unter www.
gesundheitswirtschaft-nord.de
www.gesundheitsregionnord.de
sbk

 

 

Gesundheitslotsen: Im Dienst des Patienten

SHZ 24. Mai 2012 | Von Simone Schlüter


Nordfriesland. Medizinischer Fortschritt sorgt für eine steigende Lebenserwartung, was bedeutet, dass es immer mehr Menschen mit chronischen Erkrankungen geben wird. Denn diese sind charakteristisch für Frauen und Männer im hohen Alter, die in der Regel bis an ihr Lebensende behandelt werden müssen. Aber fast jeder vierte Hausarzt ist älter als 60, deshalb scheiden in den kommenden Jahren mehr Ärzte aus dem Medizinbetrieb aus als nachkommen. Und da der Nachwuchs nicht überall arbeiten möchte, wird es in einigen Regionen eine Unter- und in anderen eine Überversorgung geben.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung zum Januar ein Versorgungsstrukturgesetz verabschiedet, um über die Kassenärztlichen Vereinigungen Anreize zu schaffen, Ärzte in schlecht versorgte Landstriche zu locken. Darauf allein wollen sich die Nordlichter aber nicht verlassen und haben für die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie die Stadt Flensburg neue medizinische Organisationsstrukturen skizziert. Die drei bilden zusammen mit der dänischen Nachbarregion Syddanmark die Gesundheitsregion Nord.

Im Mittelpunkt der innovativen Ansätze stehen Gesundheitslotsen, für Arztaufgaben qualifiziertes Personal und sogenannte Primärversorgungszentren. Nicht zu vergessen "eHealth"-Anwendungen, wie sie bundesweit realisiert werden: Dazu gehören die Telemedizin - per Sensoren am Körper können dem Arzt zum Beispiel Diabeteswerte übermittelt werden - und die elektronische Gesundheitskarte, die Patientenakten ersetzt.

An dem Konzept wird im Rahmen des Projektes "Gesundheitswirtschaft Nord" gefeilt. Der Arbeitstitel weist bereits darauf hin, dass auch das hohe Gut Gesundheit nicht vom schnöden Thema Geld zu trennen ist. Deshalb handelt es sich um ein Vorhaben des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums: gefördert aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" - hier sitzt der Bund mit im Boot.

2011 hat alles angefangen - bis 2013 ist das Projekt angelegt. Gemeinsam mit Gesundheitslotsin Gabriele Wollesen stellte Walter Behrens vom Projekt-Lenkungsausschuss unserer Zeitung das Modell für eine "nachhaltige Gesundheitswirtschaft" vor. Besonderes Augenmerk wird dabei auf drei chronische Erkrankungen gerichtet: Diabetes, Knie gelenksarthrose und Asthma. Behrens: "Zum ersten Mal sitzen Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker und Hersteller an einem Tisch." Die Partner hätten auch die Themen bestimmt, denen Koordinatoren zugeordnet sind - so zeichnet zum Beispiel für den Bereich Diabetes Oberärztin Brigitte Funda-Lalowski von der Husumer Klinik verantwortlich.

Ob ambulante oder stationäre Versorgung, Rehabilitation, Gesundheitsförderung, Pflege und Betreuung: Lotsen sollen in nicht allzu ferner Zukunft Patient und Arzt entlasten. Sie fungieren als Vermittler zwischen den einzelnen Leistungsträgern im Gesundheitswesen, indem sie beispielsweise Nachkontrollen, Präventionsmaßnahmen und anfallende Behandlungen organisieren. Die unabhängigen Berater sollen auf Basis der ärztlichen Diagnose einen Hilfeplan für den Kranken erstellen und diesen ein Leben lang begleiten.

"Voraussichtlich im Sommer beginnt eine Pilotphase", informierte Walter Behrens. Gesucht werden jetzt Kolleginnen und Kollegen für Gesundheitslotsin Gabriele Wollesen - die bisher einzige Fachfrau für diese Aufgabe. Sie hat eine Ausbildung im medizinischen Bereich und einen Master in "E-Health" (Telemedizinische Projekte).

Wollesen baut zurzeit Kontakte zu Hausärzten auf, denn von deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit hängt alles Gelingen ab. Für den Einstieg geht es um die Betreuung von Patienten mit den drei ausgewählten Krankheitsbildern. Die Gesundheitslotsin operiert von der Fachhochschule Flensburg aus - noch. Denn beim Blick in die Zukunft stehen Primärversorgungszentren als "Brückenpraxen" - möglicherweise angedockt an Kliniken - mit im Maßnahmen-Katalog.

Pro Patient wäre eine Pauschale von 25 Euro zu entrichten. Noch müsste der Kranke selbst zahlen. "Wir wollen über eine unabhängige Patientenberatung zur Regelförderung kommen", erklärt Behrens. Er erinnert daran, dass seit 2006 jeder chronisch Kranke Anrecht auf ein "Persönliches Budget" hat, das mit den Kassen ausgehandelt werden kann - "eine weitere Aufgabe für den Lotsen", meint Behrens. Ihm ist wichtig, dass kranke Menschen verstärkt lernen, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen: "Der Lotse hilft und motiviert auch, sich selbst zu helfen."

Für Ihre Gesundheit unterwegs - GesundheitsWirtschaft Nord ist mobil

Schlüsselübergabe ist erster Meilenstein auf dem Weg zur Vorzeigeregion

Flensburg – Schlüsselübergabe eines Dienstwagens für das aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) geförderten Projektes „Regionalmanagement GesundheitsWirtschaft Nord“.

Gabriele Wollesen, Mitarbeiterin der Projektgeschäftsstelle und Lotsin für die Patienten, erhielt aus den Händen von Hans Runge vom Kieler Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr die Schlüssel für den nagelneuen Dienstwagen. Runge betonte, dass nun auch für die Bürgerinnen und Bürger die intensive Arbeit der mehr als 30 engagierten Projektpartner der Gesundheitswirtschaft aus den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg sowie der kreisfreien Stadt Flensburg der vergangenen Monate sichtbar wird.


Ziel ist die Verbesserung der Gesundheitsversorgung insbesondere für Menschen mit den chronischen Erkrankungen Diabetes, Kniegelenkarthrose und Asthma/COPD in dieser Region. Hierzu gehört ebenso die Entwicklung eines Konzeptes und dessen Umsetzung zur Optimierung der Versorgungssituation im ländlichen Raum.


Prof. Dr. Roland Trill, Vereinsvorsitzender der Gesundheitsregion Nord e.V. und Initiator des Projektes wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass durch die wachsende Überalterung der Bevölkerung neue und innovative Lösungsansätze in der Gesundheitsversorgung notwendig sind. „Gerade in unserer Region wird es zukünftig noch stärker darauf ankommen, Informations- und Kommunikationstechnologien in den Prozess der Gesundheitsversorgung einzubinden und auch in die Diskussion zur möglichen Delegation ärztlicher Leistungen an Gesundheits- und Pflegeberufe einzusteigen.“

 

Die Lotsin wird zukünftig Patienten aufsuchen und diese bei den weiteren Behandlungsschritten zwischen ambulantem und stationärem Sektor begleiten und unterstützen. „Nach Abschluss des dreijährigen Projektes Ende 2013 sollen mit den Projektpartnern Geschäftsmodelle entwickelt sein, die nachhaltig in der Region verankert und damit zur Vorzeigeregion werden“, so Projektmanagerin Mandy Schubert. Gleichzeitig betont sie die hervorragende Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern zu denen nicht nur die Krankenhäuser der Region, sondern u.a. Pflegedienste, Apotheken, Sanitätshäuser, niedergelassene Ärzte, Hochschulen und weitere Institutionen gehören.

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